Welt- und Europameisterin geehrt

von am 4. September 2019 in Artikel-Archiv

Mit jeweils vier Medaillen kommt die 18-jährige Bahnradsportlerin des RSC Ludwigshafen von der Europameisterschaft im Juli in Gent (Belgien) und der Weltmeisterschaft im August in Frankfurt/Oder zurück. Dass es dazu kommen konnte, war Ende Mai noch sehr fraglich. Pröpster hatte einen Sportunfall bei der Abiturvorprüfung. Sie hat sich beim Volleyballspiel am rechten Fußgelenk die Außenbänder abgerissen. Glück im Unglück: eine Operation war nicht notwendig. Dank eines intensiven Behandlungsund Trainingsprogramms durch ihre Physiotherapeutin und ihrem Trainer am Leistungszentrum Radsport in Kaiserslautern sowie ihrer Willenskraft konnte Pröbster zu beiden Meisterschaften fahren und gewinnen. Beim internationalen Meeting um die Silbernen Eulen auf der Friesenheimer Radrennbahn im August wurde Pröbster zusammen mit Katharina Albers (RV Dudenhofen), mit der sie WM-Silber im Teamsprint gewonnen hat, für ihre Erfolge geehrt. Die Ehrung wurde von der Friesenheimer Straßen-Weltmeisterin von 1981, Ute Enzenauer und dem Vorstand des RSC Ludwigshafen, Hermann Ballosch vorgenommen. Beim Wettbewerb im 500-Meter-Zeitfahren der Frauen bei dieser Abendveranstaltung wurde Alessa-Catriona Pröbster Dritte. Gewonnen hat ihre Teamkollegin vom Bahnrad-Team RheinlandPfalz: Olympiasiegerin und Weltmeisterin Miriam Welte vor der italienischen Vize-Europameisterin Miriam Vece. Friesenheim aktuell hat mit Alessa-Catriona Pröpster bei dieser Radsportveranstaltung gesprochen: Gratulation. Sie sind zweifache Welt- und Europameisterin der Junioren im Sprint und Keirin.. Wie fühlt sich da eine junge Sportlerin, wie Sie? Alessa-Catriona Pröpster: Das ist relativ schwer zu beschreiben. Das weiß man erst, wenn man es miterlebt hat. Am Anfang kann man das nicht fassen, denn es ist der Moment, auf den hin man trainiert hat. Und dann ist es geschafft, da ist einfach nur Erleichterung. Die ganze Anspannung fällt einfach ab. Jedes Training war anstrengend und der Wettkampf vor allem. Jetzt heißt es genießen und ein bisschen ruhiger machen. Ende Mai haben Sie sich in der Abiturvorprüfung Sport verletzt. Wie haben Sie es doch noch geschafft, erfolgreich an der Europameisterschaft im Juli und an der Weltmeisterschaft im August, teilzunehmen? Pröpster: Es war ziemlich schwer, denn ich habe mir am rechten Fußgelenk alle Außenbänder abgerissen – und da war die erste Frage, ob ich überhaupt starten kann. Zuerst hieß es Operation, doch nach den Untersuchungen war es nicht notwendig. Eine gute Nachricht für mich. Und dann war ich jeden Tag über Stunden in der Physiotherapie und habe spezielles Training für meinen Fußgelenk gemacht, damit die Stabilität wieder kommt, aber auch die Flexibilität. Denn Blockaden waren auf jeden Fall da. Ich bin dann erstmal zwei Wochen mit Krücken gelaufen und danach hieß es dann Tabletten nehmen, tapen und jeden Abend kühlen. Schmerz darf man nicht zulassen und muss einfach situationsbedingt weiter trainieren. Es gab keine andere Möglichkeit – und jetzt nach der WM kann es ich ausheilen lassen. Wie geht es es bei Ihnen sportlich und nach dem Abitur beruflich weiter? Pröpster: Ich mache jetzt erst einmal Abitur und bin im Januar fertig. Das waren bisher nur Vorprüfungen. Ich habe nächstes Jahr sportlich ein entspanntes Jahr, denn ich kann bei der Frauenklasse erstmal reinschnuppern. Das heißt die Priorität liegt zunächst bei der Schule. Und danach versuche ich zur Landespolizei zu kommen und dort in Miriam Weltes Fußstapfen zu treten. Das wäre mein größter Wunsch. Sie heißen mit zweitem Vornamen Catriona. Ein eher seltener Name. Wie kam es dazu? Pröpster: Catriona LeMay Doan war eine kanadische Eisschnelläuferin. Mein Vater fand die Frau und ihre sportlichen Leistungen klasse. Deshalb hat er gesagt, wenn wir eine Tochter bekommen, muss sie so heißen. Ich glaube, sie hat dann auch das olympische Feuer getragen und war Olympiasiegerin. Das ist eigentlich ganz witzig, denn Bahnradsport und Eisschnelllauf ist von den Muskeln her nicht wirklich unterschiedlich. Als ob es mein Vater damals schon gewusst hätte, dass ich Bahnradsportlerin werde. gh/hbg

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