Rheindammsanierung – Stand jetzt

von am 4. September 2019 in Artikel-Archiv

Rheindammsanierung – Stand jetzt

Rheindammsanierung – ein Thema, dass die Lindenhöfer seit Monaten nun schon beschäftigt. Wieviele Bäume sollen gefällt werden, was genau ist nötig, um die Sicherheit bei einem sogenannten „Jahrhunderthochwasser“ zu gewähren? Und vor allem: Finden die Akteure einen gemeinsamen Nenner, um das Problem zu lösen? Die Akteure, das sind das Regierungspräsidium Karlsruhe, die Bürger-Interessen-Gemeinschaft Lindenhof und mittlerweile auch viele Stadträte. Letztendlich aber wird die Stadtverwaltung Mannheim darüber entscheiden, was mit dem Damm und den Bäumen passiert.

Seit der letzten Ausgabe von „Lindenhof aktuell“ im Juli hat sich etwas bewegt, was die Rheindammsanierung angeht, hier eine kleine Chronologie der Ereignisse.
Bereits im Mai stellte die BIG in der Rheingoldhalle die Ergebnisse zweier Gutachter vor, die alternative Methoden zur Sanierung des Damms parat hatten. Die meisten Bäume, so der Grundtenor, könnten gerettet werden, wenn man diese Alternativen umsetzen würde. Zu diesem Termin waren auch viele Stadträte auf die Bühne geladen, so dass sich ab diesem Zeitpunkt auch die Parteien stärker in das Thema einbrachten. Die beiden von der BIG bestellten Gutachter wurden schließlich in den städtischen Ausschuss für Technik und Umwelt (AUT) geladen, um ihre Machbarkeitsstudien noch einmal dort darzulegen. Hier gingen die Experten auch auf ein Argument des Regierungspräsidiums ein, wonach die umfassende Dammsanierung vor allem auch wegen der Dammverteidigung beim Notfall sein muss – nach diesem Plan müssen viele Bäume weichen. Zum einen, so das Gegenargument der BIG-Gutachter, sei ein Dammverteidigungsweg bei der vorgeschlagenen Spundwand-Lösung gar nicht erforderlich und eine Erhöhung des Damms durch Sandsäcke logistisch gar nicht möglich. Zum anderen würde bei einer Erhöhimg das Wasser links und rechts von den Sandsäcken an den Seiten sowieso eindringen.
Favorisiert als Alternative wird immer noch die Spundwandbauweise, bei der die meisten der Bäume erhalten werden können, weil das Erdreich nicht abgetragen werden müsste und Bäume keine Gefahr darstellen würden. Zudem hätten Spundwände den Vorteil, dass bei einer eventuellen Überströmung des Damms seine Substanz und Sicherheit erhalten blieben.
Alle Parteien im Ausschuss äußerten sich sehr positiv zu den Vorschlägen, was schließlich darin gipfelte, dass „die Stadt ein eigenes Gutachten zur Rheindammsanierung und gutachterliche Begleitung im Verfahren in Auftrag gibt. Darin sollen die Sanierungsnotwendigkeiten sowie technische Alternativen samt Kostenschätzung zu den vom Regierungspräsidium Karlsruhe favorisierten Verfahren bewertet werden“, so der Wortlaut des Beschlusses. „Dies“, so Wolf-Rainer Lowack von der BIG, „war zwar ein Ziel, das wir mit unserer Petition erreichen wollten“. Trotzdem sei das nur ein erster Schritt. „Die Stadt hat sich bewegt, aber das RP hält an seinen Kahlschlagplänen fest“.
Kritik gab es zudem von Seiten einiger Politiker an der Informationspolitik des Regierungspräsidiums was die Kosten der Sanierung angeht. Erst wenn man alle Kosten offenlegt, was noch nicht gemacht wurde, könne man Vergleiche anstellen. Viele Gemeinderatsfraktionen haben allerdings jetzt schon verlauten lassen, dass die Kosten bei einer Beurteilung keine Rolle spielen dürfen.
Das Regierungspräsidium (RP) reagierte im August doppelt: Zum einen veröffentlichte es eine Pressemitteilung, in der ein Erhalt von rund 50 Bäumen im Abschnitt vier hinter den Schrebergärten vermeldet wurde. Zum anderen lud man die Presse zu einem Waldspaziergang an eben diese Stelle, wo erläutert werden sollte, wie man nun hier vorgehen wolle. Durch eine Begradigung des Dammes sei der Erhalt nun möglich, der Damm wird praktisch an eine Stelle weiter hinten verlegt, wo weniger Bäume wachsen und somit weniger gefällt werden müssen. Auch nutzten die Vertreter des RPs den Termin, um immer wieder ihren Standpunkt klar zu machen. „Uns wird immer gesagt, wir schauen nicht rechts oder links“, so Armin Stelzer vom RP, „aber wir können nur Spundwände dort verbauen, wo der Damm aus Platzgründen kleiner werden muss“. In Mannheim herrsche immer noch „dringender Handlungsbedarf. Wenn jemand in Mannheim den Damm bei Hochwasser verteidigen will, dann ist er in Lebensgefahr“. Eben wegen der Bäume, die bei Unwetter umstürzen können. Im Herbst will das RP nun das Planstellungsverfahren, das die Stadt genehmigen muss, einreichen. Auf Grund des Gutachtens aber, welches die Stadt Mannheim nun in Auftrag geben will, wird sich eine Entscheidung auf jeden Fall noch eine Weile hinziehen. sabi

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