Neue S-Bahn-Linie im Lindenhof

von am 7. Juni 2022 in Artikel-Archiv

Neue S-Bahn-Linie im Lindenhof

In Zukunft wird die 16 durch das Glückstein-Quartier fahren und an vier neuen Haltestellen stoppen

 

Der Lindenhof bekommt eine neue Straßenbahnstrecke mit insgesamt vier Haltestellen. Die Pläne dazu stellte vor Kurzem Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht und der Geschäftsführer der MV Mannheimer Verkehr GmbH, Marcus Geithe, im Neuen Technischen Rathaus vor. Die neue Linie führt durch das Glückstein-Quartier. Der bewusst angelegte, breite Grünstreifen in der Glücksteinallee verrät heute schon, wo die Schienen verlegt werden. Rund 24 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten.

Und das ist geplant: Die Neubaustrecke durch das Glückstein-Quartier soll zweigleisig werden. Zudem ist eine Führung der Strecke größtenteils baulich getrennt von der Fahrbahn des Individualverkehrs sowie als Grüngleis vorgesehen, wie Marcus Geithe beim Pressegespräch erklärte. Die geplanten vier barrierefreien Haltestellen werden an den Standorten im Bereich des heutigen Lindenhofplatzes, des Hanns-Glückstein-Parks, des John Deere Regional Centers sowie an der Mensa der Mannheimer Hochschule errichtet. Mit Anschlüssen an die Bestandsstrecken im Westen (Haltestelle Hauptbahnhof Süd, die etwas in Richtung Lindenhofplatz rücken wird) sowie im Osten (Haltestelle Hochschule) wird die Neubaustrecke eine Länge von circa 1,5 Kilometern haben. Durch die Querverbindung werden die Stadtbahnlinien 1, 3 und 8 verknüpft.

Die neue Bahnlinie durch das Glückstein-Quartier wird als Teil der sogenannten Konversionslinie die Nummer 16 tragen und soll im 20-Minuten-Takt von Rheinau bis Franklin fahren. Zusätzlich werden im Glückstein-Bereich zu den Hauptverkehrszeiten, also am frühen Morgen und am späten Nachmittag, auch Züge der Linie 8 auf dieser Strecke anzutreffen sein. „Somit haben wir zu diesen Zeiten ungefähr einen Zehn-Minuten-Takt“, sagte Geithe.

„Mit der neuen Stadtbahntrasse im Glückstein-Quartier setzen wir unsere Politik der systematischen Anbindung von Konversionsflächen und Neubaugebieten an den ÖPNV fort. Erstmalig erhalten über 500 neue Bewohner und 5.000 Arbeitnehmer in diesem Quartier einen Zugang zur Stadtbahn. Zusätzlich können wir den dortigen Campus der Hochschule Mannheim mit ihren rund 5.200 Studierenden auf direktem Wege innerhalb von weniger als fünf Minuten erreichen“, so Christian Specht, der auch ÖPNV-Dezernent ist. „Dieses ambitionierte Projekt, das wir nun umsetzen werden, ergänzt unser Stadtbahnnetz mit positiven betrieblichen Auswirkungen auf die Mannheimer Stadtteile im Süden und zahlt damit auch auf unsere Klimaziele bis 2030 ein.“ Wie Specht weiter erklärte, sei das Ziel der Stadt, die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr zu verdoppeln. Daher werde sich mit der neuen Linie die Taktung der S-Bahnen nirgends verschlechtern.

Die Bauarbeiten beginnen nicht sofort. Aktuell wird das Planfeststellungsverfahren für die Maßnahme vorbereitet und ein Baubeginn im Jahr 2025 angestrebt. Die Fertigstellung der Stadtbahnverbindung durch das Glückstein-Quartier ist bis Ende 2027 vorgesehen. 

„Weil dieses Vorhaben eine so große Bedeutung für das Glückstein-Quartier aber auch für den ÖPNV der Stadt Mannheim hat, möchten wir die Planungen jetzt sehr schnell weiterführen und nach Abschluss der Planungen ins Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts gehen“, berichtete Marcus Geithe. 

„Dafür ist es wichtig, über die Maßnahme rechtzeitig zu informieren – sowohl über den genauen Verlauf wie auch über die Vorteile der fertigen Trasse und die Anregungen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sowie die Anlieger und Gewerbetreibenden im Einzugsgebiet der neuen Trasse frühzeitig einzuholen“, so Geithe weiter. 

Nach dem Pressetermin wurden die Planungen der Bevölkerung vorgestellt. Knapp 80 Bürgerinnen und Bürger kamen ins Neue Technische Rathaus, um sich über das Projekt und den Stand der Planungen zu informieren. 

Insgesamt blickten die meisten Anwesenden der neuen Stadtbahnstrecke positiv entgegen. In einer offenen Diskussion mit den Verantwortlichen gab es neben Anregungen, Rückfragen und Lob auch Kritik an den Planungen. 

Bedenken wurden etwa wegen möglicher Einschränkungen während der Bauzeit geäußert, auch wenn der Baubeginn für die neue Gleistrasse noch einige Jahre in der Zukunft liegt. Christian Specht versuchte zu beruhigen: „Die großen Baumaßnahmen, die uns in Mannheim aktuell beschäftigen – wie beispielsweise der Fahrlachtunnel oder der ‚Suezkanal‘ zwischen Lindenhof und Innenstadt – werden aller Voraussicht nach abgeschlossen sein, wenn wir mit den Arbeiten für die neue Trasse im Glückstein-Quartier beginnen.“                     jm 

i Konversionsnetz – Der Trassenneubau ist Teil des Konversionsnetzes Mannheim. Dieses bündelt verschiedene Teilprojekte zum Ausbau des Mannheimer Stadtbahnnetzes und zur Anbindung neuer Stadtquartiere, die auf Konversionsflächen entstehen. Zusätzlich wird mit verbundenen Maßnahmen das Mannheimer Stadtbahnnetz insgesamt weiter ausgebaut. 

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