Lokschuppen in neuem Licht

von am 11. Oktober 2018 in News - Lindenhof

Lokschuppen in neuem Licht

Es ist das älteste Gebäude auf dem Lindenhof und denkmalgeschützt: der 1872 erbaute Lokschuppen. Jahrelang standen die Hallen leer, mit der Gestaltung und Bebauung des Glückstein-Quartiers sollte aber auch er mitsamt dem gegenüberliegenden Werkstadtgebäude und der Schienen- und Fahrzeughalle eine neue Bestimmung finden. Nach einer vierjährigen Bau- und Planungsphase ist zumindest ein Gebäude des Ensembles fertig gestellt, das Architektenbüro Jarcke lud deshalb zu einem „Day Opener“-Wochenende für geladene Gäste und die Öffentlichkeit in ihr neues Zuhause, dem Lokschuppen, ein.
Zunächst überbrachte Bürgermeister Christian Specht in einer Ansprache die Grüße der Stadt, „ich bin restlos begeistert, was hier erschaffen wurde“. Dies sei nun ein Gebäude, „das für die ganze Stadt Mannheim wegweisend sein wird“. Specht betonte außerdem die Standortvorteile, die ein Büro im Glückstein-Quartier mit sich bringt, „wir haben hier den größten ICE-Knotenpunkt Süddeutschlands“. Außerdem sei Jarcke bald das Architektenbüro, das mit Sicherheit den schnellsten und direktesten Weg zum Baubüro der Stadt haben wird, womit er auf den baldigen Umzug des Technischen Rathauses in die direkte Nachbarschaft hinwies.
„Ich finde es auch sehr schön, dass Sie uns hinterherziehen“, konterte Matthias Jarcke in seiner Ansprache, in der er noch einmal die längere Planungs- und Bauphase sowie das Konzept im Lokschuppen erklärte. „Am Mauerwerk haben wir fast nichts gemacht, haben nur mit einem Wasserstrahler gearbeitet“. Fugen wurden vorsichtig nachgezogen, kleine Teile ergänzt. So auch im Innenbereich, wo der alte Putz heruntergeschlagen wurde, so dass das Mauerwerk wieder zu sehen ist. „An manchen Stellen sind sogar noch Schmauchspuren von den Dampfloks an den Wänden zu sehen“, so Jarcke.  Auch die Tatsache, dass man praktisch an einer Schnellstraße arbeite, sei kein Problem, nach dem Schallschutz „ist es mir sogar manchmal ein wenig zu ruhig hier“. Alles in allem eine gelungene Mischung zwischen moderner Architektur und einer „derben, rauen Hülle“, wovon sich die Öffentlichkeit am Tag darauf ebenfalls vor Ort überzeugen konnte.                                  sabi

Print article