LIFF bemängelt Bordsteinabsenkungen

von am 5. Januar 2017 in Artikel-Archiv

Bordsteinabsenkungen stehen in einem Spannungsfeld – sie sollen einerseits das Überrollen und Überlaufen so einfach wie möglich machen, andererseits sollen sie eine taktile Hilfe für Personen mit eingeschränktem Sehvermögen darstellen und eine Entwässerung über den Rinnstein ermöglichen. 

Als geeigneter Kompromiss wird heutzutage oftmals eine Höhendifferenz von weniger als drei Zentimeter zwischen Straßenniveau und abgesenktem Bordstein angesehen. Die Einhaltung dieser Vorgabe wurde von der LIFF (Lindenhöfer Initiative für Fahrradfahrer und Fußgänger) entlang der neu gebauten Glückstein-Allee und dem Glückstein-Park überprüft. Insgesamt wurden 80 Bordsteinabsenkungen vermessen: 49 lagen am oberen Grenzwert, bei sieben wurden erhebliche Mängel festgestellt. Dies ist doppelt ärgerlich. Zum einen ist ein Weg nur dann barrierefrei, wenn alle Bordsteinabsenkungen vorhanden sind – fehlt eine Absenkung oder ist diese nicht planmäßig ausgeführt, so entfällt auch die gesamte Wegeoption. Zum anderen sind Bordsteinabsenkungen bauliche Anlagen mit langer Lebensdauer. Entsprechen sie bei Herstellung nicht den Vorgaben, so bleiben sie ein Ärgernis auf lange Zeit.

Bei der Überprüfung der Bordsteinabsenkungen fiel außerdem auf, dass sich an manchen Stellen ein „zweiter Tritt“ gebildet hatte. Hierunter ist eine Höhendifferenz zwischen der Gehwegpflasterung und dem abschließenden Bordstein zu verstehen. Somit ergeben sich bei der Querung zwei zu überwindende Höhenunterschiede. Einmal vom Straßenniveau auf die Bordsteinkante und dann noch einmal zur Pflasterung des Gehwegs. Da Passanten mit diesem „zweiten Tritt“ nicht rechnen, stellt er eine typische Stolperfalle dar.

Die LIFF hat ihre Messergebnisse im November an die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung weitergeleitet. Es wird angemahnt, dass die erfassten Mängel unbedingt noch innerhalb der Gewährleistungszeit beseitigt werden sollten. Im Sinne eines barrierefreien neuen Stadtquartiers sollten die hohen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sich auch im Ergebnis widerspiegeln.              zg

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