Jubiläumsverein statt Arge?

von am 4. September 2019 in News - Friesenheim

In Friesenheim ist die Wahl des Ortsvorstehers besonders spannend gewesen. Mit gerade einmal 34 Stimmen Vorsprung hatte sich Amtsinhaber Günther Henkel (SPD) in der Stichwahl gegen Herausforderer Thorsten Ralle von den Christdemokraten durchgesetzt. Bei der Amtseinführung im Gemeindehaus wurden zugleich die Ortsbeiratsmitglieder verpflichtet. Eine Überraschung ergab sich bei der Wahl der stellvertretenden Ortsvorsteher. Nachdem Christian Schreider (SPD) einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, stellte sich Thorsten Ralle nicht zur Wahl für den zweiten Stellvertreter. Durch das Votum für Eva Kraut bei zwölf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen besetzen die Sozialdemokraten nun sämtliche Ortsvorsteher- und Stellvertreterposten in Friesenheim. In der neuen Amtsperiode besteht der Ortsbeirat aus fünf Vertretern der SPD und vieren der CDU. Zwei Sitze entfallen auf Grüne und FWG, jeweils ein Mitglied stellen FDP und Linkspartei. Friesenheim aktuell sprach mit Ortsvorsteher Günther Henkel über die Wahl und seine Pläne für die nächsten Jahre. Sie haben mit 34 Stimmen Vorsprung nur knapp gewonnen – woran lag es? Günther Henkel: Das Interesse der Friesenheimer an der Kommunalpolitik ist wohl nicht sehr ausgeprägt. Wie sonst ist eine Wahlbeteiligung von um die 20 Prozent zu erklären. Bei einer solch niedrigen Beteiligung hat das Ergebnis immer etwas von Glücksspiel. Das haben auch schon andere Wahlen in Friesenheim gezeigt. Ich hätte mich also nicht beschweren dürfen, wenn es anders ausgegangen wäre. Was haben Sie sich für die neue Legislaturperiode vorgenommen? Henkel: Ich möchte die konstruktive Zusammenarbeit, die wir die letzten Jahre im Ortsbeirat hatten, gerne weiter führen. Jeder Fraktion ist es gelungen trotz Zusammenarbeit ihr spezifisches Profil zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit ist umso wichtiger, da wir es mit einer Verwaltung zu tun haben, die sich auch im Umbruch befindet. Ein Schwerpunkt wird natürlich die 1250-Jahr-Feier in zwei Jahren sein. Hierzu laufen jetzt schon die ersten Vorbereitungsgespräche. Die Bürger sind aufgefordert, sich mit Ideen und Vor schlägen an den Ortsvorsteher und den Ortsbeirat zu wenden. Was sind die größten „Baustellen“ in Friesenheim – im buchstäblichen und übertragenen Sinn? Henkel: Die Linie 10 wird in den nächsten Jahren fertiggestellt werden und der Bau der Stadttraße wird in dieser Zeit beginnen. Diese Prozesse müssen wir im Ortsbeirat eng begleiten und alles dafür tun, dass die Friesenheimer die Nerven behalten. Alles wird gut. Auch müssen wir mit feinen Sensoren beobachten, was sich in unserem Stadtteil alles so tut. Wir haben genug Shisha-Bars und genug Spielautomaten. Hier müssen wir aufpassen, dass wir nicht Entwicklungen wie in anderen Stadtteilen erleben. Das, was wir haben und was die Lebensqualität in Friesenheim ausmacht, müssen wir bewahren. Die Erhaltung des Wochenmarktes sei hier beispielhaft erwähnt. In Friesenheim lebt es sich gut. Also ist der Wunsch der Menschen nach Friesenheim zu ziehen sehr verständlich. Neben der Verbesserung von Wohnumfeld wird auch die umsichtige und nachhaltige Neuentwicklung von Wohnraumraum ein wichtiges Thema sein. Ein ganz wesentlicher Anteil an Lebensqualität hat das gedeihliche Miteinander. Wir müssen schauen, dass der „soziale Kitt“ nicht verloren geht. Dies wird schwer, wenn es uns nicht gelingt bei den Themen Wilder Müll und das Einhalten von Regeln im öffentlichen Raum deutliche Verbesserungen zu erreichen.Auf der anderen Seite ist es wichtig das Angebot an Veranstaltungen und Festen hoch zu halten. Hier wird Gemeinschaft erlebt. Wie steht es um die Zukunft der Feste und des Brauchtums in Friesenheim? Wie geht es mit der Arge weiter? Henkel: Das Sternstraßenfest wird es in den nächsten Jahren wegen der Bauarbeiten Linie 10 nicht geben. Wir werden aber ein alternatives Fest zum gleichen Zeitpunkt anbieten. Geplant ist ein Fest im Eberpark. Erste Gespräche laufen schon. Wir werden einen Stadtteilverein gründen, der die Aufgabe hat das Jubiläumsjahr 2021 zu organisieren. Gut vorstellbar ist, dass dieser Verein mit dem Arbeitstitel 771 Friesenheim auch die Aufgaben der alten ARGE übernehmen wird. An dem Bestand der Kerwe wird sich nichts ändern. hbg

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