GML vergibt Anlagenbau-Auftrag

von am 4. September 2019 in Artikel-Archiv

Das Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen ist 52 Jahre alt. Die heute in Betrieb befindlichen drei Müllkessel 1 bis 3 sind bereits 30 bzw. 25 Jahre alt. Ein Kessel-Alter, in dem sich ein verantwortungsvoller Betreiber wie die GML mit dem Gedanken beschäftigen muss, wie es weitergehen soll. Es ist zwar möglich, solche Kessel auch weitere Jahre in Betrieb zu halten. Es ist aber vor allem eine Frage der Wirtschaftlichkeit, ob dies sinnvoll ist. Daher galt es zu prüfen, ob nicht der Neubau von Müllkesseln zukunftsweisender ist. Die kommunalen Eigentümer der GML, darunter die Stadt Ludwigshafen, beauftragten daher im Mai 2016 die GML mit der Durchführung des Projektes IGNIS (lat.: „Feuer”), um die Entsorgungssicherheit von einer Million Einwohnern in der GMLRegion langfristig abzusichern und die Durchsatzleistung des MHKW geringfügig auf 235 000 Tonnen pro Jahr zu steigern, während gleichzeitig die Emissionen und die Genehmigungssituation nicht geändert werden. In der GML-Region leben eine Million Menschen Insgesamt untersuchte das Projekt IGNIS 17 technische Varianten. Der GML-Aufsichtsrat folgte im April 2017 dem Entscheidungsvorschlag der GML, die nach intensiver Prüfung beste Variante „zwei neue Müllkessel und Ertüchtigung eines alten Müllkessels” weiter zu verfolgen. Nachdem diese Grundsatzentscheidung gefallen war, wurde im Juni 2017 die Planung beauftragt. Die Finanzierung der notwendigen Modernisierungsmaßnahmen wurde im Dezember 2017 über Kommunalbürgschaften der GML-Gesellschafter abgesichert. Die umfangreichen Finanzierungsverhandlungen mit mehreren Banken konnten im Oktober 2018 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Finanzierung erfolgt durch die KfW-IPEX Bank. Im März 2018 begann das behördliche Genehmigungsverfahren, welches bereits im August 2018 positiv beendet wurde. Anfang Oktober 2018 startete das europaweite Ausschreibungsverfahren für die zwei neuen Müllkessel. Dieses komplexe Vergabeverfahren wurde aktuell abgeschlossen: Nach umfangreichem Wettbewerb mit fünf präqualifizierten Teilnehmern wurde der Zuschlag am 8. Juli 2019 an die Steinmüller Babcock Environment GmbH aus Gummersbach (SBE) vergeben. SBE fertigt und liefert seit mehr als 50 Jahren Technologien für die thermische Abfallbehandlung und die Rauchgasreinigung. SBE ist Teil der japanischen Nippon Steel Corporation, dem zweitgrößten Stahlhersteller der Welt. GML-Geschäftsführer Dr. Thomas Grommes: „Wir haben in diesem Ausschreibungsverfahren wieder einmal gesehen, wie leistungsfähig der Markt der Anlagenbauer sind. Wir danken allen Wettbewerbs-Teilnehmern für ihre wichtigen Beiträge. SBE hat sich am Ende knapp durchgesetzt, weil im Quervergleich die beste Technikbewertung, die geringsten Abweichungen von unserem Standardvertrag und der etwas bessere Preis geboten wurden. Wir freuen uns nun auf die Zusammenarbeit mit SBE in den kommenden fünf Jahren!“ Und Thomas Feilenreiter, der Geschäftsführer der SBE ergänzt: „Wir sind sehr stolz darauf, die GML in diesem wichtigen Projekt begleiten zu dürfen und mit unseren Technologien zur Sicherstellung der Abfallentsorgung in der Region beizutragen.“ Insgesamt vereinbarten die beiden Unternehmen am 9. Juli 2019 einen umfangreichen Bauvertrag über fünf Jahre Dauer bis 2024 für zwei neue, baugleiche Müllkessel mit Stufenrost-Feuerung mit einem Durchsatz von je ca. 90 – 100 000 Tonnen pro Jahr (je nach Betriebszustand) für niederkalorischen Siedlungsabfall mit 9 Megajoule/Kilogramm Heizwert. Das Auftragsvolumen liegt zwischen 50 und 60 Millionen Euro netto. SBE wird nun mit der Detailplanung der beiden neuen Müllkessel beginnen. Im Jahr 2020 erfolgt die Ausschreibung für ein neues Kesselhaus neben der Bahnlinie und dessen Errichtung. Nach derzeitigem Stand kann darin der neue Müllkessel 4 im Sommer 2022 in Betrieb genommen werden. Sobald dieser im Regelbetrieb ist, kann der alte Müllkessel 1 stillgelegt und rückgebaut werden. Danach entsteht an dessen Stelle im alten Kesselhaus bis etwa 2024 der neue Müllkessel 5. In einem gesonderten Projekt wird später der alte Müllkessel 2 stillgelegt und abgerissen. Der vorhandene Müllkessel 3 bleibt weiter in Betrieb und wird langfristig ertüchtigt. Einige Baumaßnahmen, die das Baufeld freimachen, laufen bereits seit 2018 und werden bis Anfang 2020 abgeschlossen. zg i Das Projekt IGNIS: Eine kommunale Entsorgungsanlage wird fit für die Zukunft gemacht. Informationen finden Interessierte unter: www.gml-ludwigshafen.de/projekt-ignis.

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