„Geld darf keine Rolle spielen“

von am 6. Februar 2020 in Artikel-Archiv

Das Mafinex-Technologiezentrum im Lindenhof bietet nicht nur Existenzgründern beste Voraussetzungen für einen Start ins Berufsleben. Es ist auch eine gute Kulisse – zum Beispiel für Neujahrsempfänge. Die SPD Lindenhof nutzte das Mafinex dieses Jahr wieder für ihre traditionelle Zusammenkunft zum Jahresbeginn.

Es war die kommissarische Ortsvorsitzende Heidrun Kämper, die die Gäste an diesem Abend begrüßte, bevor sie das Wort an den Geschäftsführer der mg: mannheimer gründungszentren GmbH, Christian Sommer, übergab.
Usus bei Neujahrsempfängen sind einerseits Rückblicke auf das vergangene Jahr, andererseits auch die Ausblicke auf das Anstehende. Und da hatte Heidrun Kämper einiges zu berichten. Darunter fiel unter anderem, dass der Lindenhof mit knapp 13600 Einwohnern über 130 Einwohner mehr zähle als im Vorjahr. Oder, dass letztes Jahr 196 Babys im Stadtteil am Rhein zur Welt kamen. „Und der Lindenhof wächst auch bei der Anzahl seiner Gebäude“, so Kämper. Sie nannte exemplarisch das Mobilitätshaus, das im Februar 2019 eröffnet wurde, das Technische Rathaus, das dieses Jahr fertig werde, oder auch das neue Gastronomieangebot in einem Gebäude des Lokschuppen-Ensembles. Im Bereich „Anstehendes“ ging Kämper unter anderem auf die Umgestaltung des Lindenhofplatzes, den Erweiterungsbau des Mafinex oder den Bau einer Kita mit Platz für 80 Kinder ein. „Sie sehen: Der Lindenhof wächst. Und das Glückstein-Quartier ist am Fertigwerden“, sagte die Ortsvorsitzende.
Ein Thema, das die Politik auch dieses Jahr neben dem Problempunkt Kinderbetreuung noch schwer fordern wird, konnte Heidrun Kämper auf keinen Fall auslassen: die Rheindammertüchtigung. „Wissenschaftliche Gutachten haben erwiesen, dass das Fällen von gut 1000 Bäumen vermeidbar ist“, stieg Kämper in das Thema ein. Doch diese Erkenntnis habe im Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) bisher noch keinen Niederschlag gefunden. Die Dinge seien noch im Planungsprozess. „Doch was man hört, gibt wenig Grund zum Hoffen“, sagte Heidrun Kämper, die selbst für die Spundwandlösung sei, auch, wenn diese teurer wäre.
„Geld darf in so einem Fall keine Rolle spielen.“ Die letzte Entscheidung, ob die Pläne des RP umgesetzt werden, liege laut Kämper jedoch bei der Stadt. „Hier rechnen wir mit der Verwaltung und auch der Zusicherung des Oberbürgermeisters, die er bei seiner Neujahrsansprache machte“, so Kämper. Darin erklärte er laut der Ortsvorsitzenden, dass die Bedeutung des Stadtgrüns auch eine große Rolle in der Bewertung der angekündigten Anträge des RP zum Rheindamm spielen.
Auch den Bunker in der Meerfeldstraße sprach Heidrun Kämper am Neujahrsempfang an. Es habe schon Gespräche und Begehungen gegeben, doch noch gibt es keine wirklich konkreten Pläne zu dessen Nutzung. Aktuell nutze der Lindenhöfer Karnevalverein Grokageli das Gebäude als Lager, was auch so bleiben soll. „Doch wir wollen auf jeden Fall prüfen, was da möglich ist“, sagte Heidrun Kämper. Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) seien bislang erfolgreich verlaufen. Doch selbst, wenn eine Nutzung geklärt sei, stehe mit der Finanzierung das größte Problem an.
Viel Positives hatte Christian Sommer zu berichten, der den Gästen die Hintergründe der mg: mannheimer gründungszentren GmbH näherbrachte. „Mannheim ist seit Jahren die Nummer eins, wenn es um Neugründungen geht“, so Sommer. 2018 seien es zum Beispiel die meisten Neugründungen pro 1000 Einwohner in Baden-Württemberg gewesen. Die Zahlen von 2019 sind noch nicht erschienen.
In den acht Mannheimer Gründungszentren, die unter dem Dach der mg laufen, gibt es laut Christian Sommer aktuell über 300 Startups, mit ungefähr 1000 bis 1200 Mitarbeitern. Aktuell befasse man sich verstärkt auch damit, Startups aus anderen Ländern und Regionen für Mannheim zu interessieren. So kamen in diesem Rahmen auch konkrete Verbindungen zu Mannheims Partnerstadt Toulon oder nach Tel Aviv zustande. jm

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