Fünf neue Räte für den Lindenhof

von am 8. September 2014 in Artikel-Archiv

Besetzung des Lindenhöfer Bezirksbeirats – Lindenhof aktuell will die neuen Mitglieder im Folgenden kurz vorstellen. Doch auch das Bezirksbeiratsmodell hat sich zumindest vorerst zeitweise geändert: „Von Januar 2013 bis Mitte 2014 wurde ein neues Konzept zur Bezirksbeiratsarbeit in einer Pilotphase getestet. Jetzt soll es – wenn der Gemeinderat zustimmt – in dieser Form dauerhaft implementiert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Mannheim. .

 Die Arbeit der 17 Bezirksbeiräte im Stadtgebiet wurde grundsätzlich reformiert. Wichtigste Punkte der Reform seien ein früherer Beginn der Sitzungen, ein verbessertes Rederecht für die Besucher der Sitzungen, die dauerhafte Sitzungsleitung durch Gemeinderäte sowie ein verbessertes Ratsinformationssystem, in dem schriftliche Vorlagen mündliche Berichte ersetzt haben.

„Die Auswertung zeigt, dass das Modell dauerhaft fortgeführt werden soll. Denn mit dem neuen Modell zur Betreuung der Bezirksbeiräte stärken wir ihre Rolle durch intensivere Einbeziehung. So erreichen wir ein Mehr an Qualität bei den Beratungen, mehr Zeit für stadtteilbezogene Themendiskussionen und eine stärkere Verbindlichkeit der politischen Arbeit im Stadtteil“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Doch was hat sich geändert? Im neuen Bezirksbeiratsmodell werden Beschlussvorlagen, die für den Stadtbezirk relevant sind, mit den Bezirksbeiräten im Vorfeld beraten und mit einer Empfehlung für die weitere Beratungsfolge in den Fachausschüssen beziehungsweise dem Gemeinderat versehen. Neben den Beschlussvorlagen, die seitens der Verwaltung in den Bezirksbeirat eingebracht werden, haben die Bezirksbeiräte, wie bisher, die Möglichkeit, eigene Themenvorschläge für die Tagesordnung einzureichen. Die Bezirksbeiräte tagen deshalb seit 2013 dreimal pro Jahr öffentlich. Eine weitere Änderung im Rahmen des neuen BBR-Modells ist die Leitung der Sitzung durch ein Gemeinderatsmitglied, für den Lindenhof ist das Professorin Dr. Heidrun Kämper von der SPD.

Neben sieben alten Bekannten bemühen sich seit diesem Jahr fünf neue Mitglieder um die Belange der Bürger. Doch wer sind die Neuen? Was möchten sie für den Lindenhof tun? Lindenhof aktuell stellt die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor.

Jens Flammann ist mittlerweile kein unbekannter Lindenhöfer mehr. Als Vorsitzender der Bürger-Interessen-Gemeinschaft (BIG) Lindenhof hat er schon einiges für seinen Wahl-Stadtteil ins Rollen gebracht. Flammann kam 1965 in Köln auf die Welt, wuchs in Heilbronn auf. Seit 2007 lebt der studierte Wirtschaftspsychologe, freiberufliche Autor und Moderator sowie Lehrbeauftragter der Uni Mannheim, im Lindenhof. Sein Einsatz für Mannheim kennt keine Stadtteilgrenzen: Er ist Initiator der „Mannheim Greeter“, die Besuchern und interessierten Mannheimern einen ganz individuellen Blick auf die Quadratestadt ermöglichen, und der Mannheimer Stadtevents, deren Programm sich ebenfalls auf die Stadt, aber besonders auch auf den Lindenhof bezieht. Seinen Schwerpunkt setzt Flammann im Bezirksbeirat auf die Stadtentwicklung. Er vertritt die SPD.

Für die Freien Wähler Mannheimer Liste geht Dr. Michael Kost als Bezirksbeirat (BBR) ins Rennen. „1964 in Mannheim geboren absolvierte ich mein Abitur am Mollgymnasium“. Danach folgte eine Banklehre, ein Betriebswirtschaftsstudium in Mannheim sowie die anschließende Promotion. „Nach beruflichen Stationen in München, Australien und England kam ich 2001 zurück nach Mannheim und bin nun in der Geschäftsleitung eines Mannheimer Chemieunternehmens tätig“, so Kost. Seit 2011 wohnt er mit Frau und Kindern im Lindenhof, wo er einen Großteil seiner Jugend verbrachte. Seit 2005 engagiere er sich im Förderkreis der Reiss-Engelhorn-Museen. „Als Betriebswirt fordere ich einen sorgfältigeren Umgang mit Steuergeldern, als dies heute praktiziert wird. Ich setze mich dafür ein, dass der Lindenhof ein lebendiger Stadtteil bleibt. Deshalb stehe ich für eine Stärkung der Lindenhöfer Kultur-, Sport- und Einzelhandelsaktivitäten. Daneben liegt mir ein zukunftsträchtiges Verkehrskonzept für den Lindenhof am Herzen“, so der neue BBR.

Auch Klaus Dieter Lambert ist neues Mitglied des Bezirksbeirats Lindenhof. Der 1969 in Ludwigshafen Geborene studierte in Heidelberg und Mannheim Soziologie und Politische Wissenschaft. Im Jahr 2000 folgte die Promotion am Lehrstuhl für Soziologie und Wissenschaftstheorie der Mannheimer Uni. Anschließend verschlug es Lambert nach Nürnberg und München. 2010 kam er zurück in den Lindenhof und arbeitet als Versicherungsangestellter im Bereich Informationstechnologie. Seit 2013

ist er im Vorstand des ADFC (Fahrradclub) Mannheim als Bezirkssprecher für die Innenstadt und den Lindenhof tätig, 2014 hat er gemeinsam mit vier weiteren Personen die Lindenhöfer Initiative für Fahrradfahrer und Fußgänger (LIFF) ins Leben gerufen. Dementsprechend formuliert Lambert auch seine Ziele, die er als Bezirksbeirat verfolgt: eine bessere Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger und die Erhaltung und Verbesserung einer kleinteiligen, stadtteilnahen Versorgung mit frischen Lebensmitteln und sonstigen Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, damit mehr Lindenhöfer zukünftig leichter

auf ein eigenes Auto verzichten können. Wichtig für eine gute Wohn- und Lebensqualität sei für ihn die Erhaltung und Ansiedlung lokaler, inhabergeführter Gastronomie- und Kulturbetriebe. Klaus Dieter Lambert ist derzeit parteilos, vertritt im Bezirksbeirat jedoch die Partei Die Linke.

Die Christdemokratin Katja Mayer ist 32 Jahre alt. Sie arbeitet als Rechtsanwältin in einer Steuer- und Wirtschaftsrechtskanzlei mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels- und Gesellschaftsrecht und Steuerrecht. Aufgewachsen ist Mayer im Schwarzwald, wohnt aber nun zusammen mit ihrem Freund im Lindenhof. Rechtswissenschaften hat sie in Mannheim, Bangkok und England studiert. Seit einigen Jahren ist Katja Mayer im Vorstand des CDU-Ortsverbands Lindenhof sowie als Vorstand des CDU-Kreisverbands aktiv. Ihre Hobbys sind Sport, insbesondere Joggen im Waldpark, Tennis, Skifahren und Yoga, mit den Patenkindern spielen, Kochen und Lesen. Die politischen Schwerpunkte legt die CDUlerin auf die Verbesserung der Kinderbetreuung, auf die Stadtentwicklung mit Blick auf das Glückstein-Quartier und auf die Sanierung des Meeräckerplatzes.

Der 39-jährige Robert Schmidt ist gebürtiger Lindenhöfer. Für sein Jurastudium, Schwerpunkt Strafrecht und Kriminologie, verließ er den Stadtteil eine Weile, kehrte aber 2002 wieder zurück. Seitdem lebt er mit seiner Frau im Lindenhof und arbeitet im Leistungs- und Rechnungswesen einer Berufsgenossenschaft. Schmidt war zehn Jahre Mitglied der SPD, der er den Rücken kehrte, und von 2002 bis 2010 in der Fanszene des SV Waldhof als Fanbeauftragter und im Vorstand tätig. Nun ist er Gründungs- und Vorstandsmitglied der Alternative für Deutschland (AfD), für die er auch im Bezirksbeirat sitzt. „Das Ganze ist für mich sehr neu“, sagte er Lindenhof aktuell. Nun müsse er sich erst einmal in das Amt einleben. „Als Hundebesitzer liegen mir vor allem die Grünflächen im Lindenhof am Herzen, der Waldpark zum Beispiel“, so Schmidt. Seinen politischen Fokus möchte er im BBR allerdings auch auf die Jugend legen.              jm

i Öffentliche Bezikrsbeiratssitzung am 24. September, 19 Uhr, Lanz-Kapelle.

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