„Innovation, die weltweit zu spüren ist“

von am 9. Mai 2016 in Artikel-Archiv

Vor fast genau einem Jahr erst fand der Spatenstich für die neue Mannheimer Hauptfeuerwache statt. Doch bereits jetzt lassen die Mauern an der Neckarauer Straße erahnen, welche gewaltigen Ausmaße das Unternehmen hat. Vor kurzem wurde Richtfest gefeiert, der Rohbau ist also fertig.

Lange dauert es nun nicht mehr, bis auf dem Gelände im Almenhof der Zusammenschluss mehrerer Einsatzfunktionen erfolgen kann. Im Januar 2017 soll das Monstrum mit 19.700 Quadratmetern Brutto-Geschossfläche fertig sein, in Betrieb genommen und bezogen werden.

„Das ist ein gewaltiges Werk“, sagte Oberbürgermeister Peter Kurz vor versammelter Richtfest-Mannschaft. Ein „global headquarter“ der Mannheimer Feuerwehr, die zu den größten Feuerwachen bundesweit zähle. Er erinnerte noch einmal an den ehrgeizigen Zeit- und Kostenplan, der hinter der neuen Hauptfeuerwache steckt. Auch zeigte er sich immer noch überzeugt, dass das ehemalige Gelände der Firma Vögele der optimale Platz für die neue Feuerwache sei. Dieser heißt nun Gert-Magnus-Platz 1, zu Ehren des einstigen Leiters der Mannheimer Feuerwache (1945 bis 1971), dessen Wirken und Innovationen im Feuerwehrbereich über die Grenzen der Quadratestadt hinaus, gar weltweit zu spüren seien.

Mit dem Einsatzleitdienst, dem Löschzug 1 der Berufsfeuerwehr, der Tauchstaffel, dem Bootsdienst und den Freiwilligen Feuerwehren Innenstadt und Neckarau dürfte die Hauptfeuerwache in Zukunft ein Dreh- und Angelpunkt des Brandschutzes sein. Kurz nannte es einen „sicherheitstechnischen Meilenstein“ für Mannheim. Daneben kommt im Neubau auch die Verkehrsleitzentrale der Stadt unter, die sich bislang im Collini Center befindet. Sie kümmert sich unter anderem um die Entstörung und Wartung der Ampeln und der Parkleitsysteme der Stadt. Und Kurz setzte noch einen drauf: „Wir könnten hier auch die Leitstelle für die ganze Region unterbringen“, was seiner Meinung nach der richtige Weg sei. Das Raumvolumen wäre vorhanden. „Mit etwa 1,8 Millionen Euro mehr wären wir dazu fähig“, winkte der OB quasi mit dem Zaunpfahl.

Dank der unterschiedlichen Funktionen, die das Gebäude erfüllen muss, gestalte sich der Bauablauf anders als bei einem Bürogebäude, erklärte Kurz. Nicht nur die Einsatzabläufe müssen reibungslos vonstatten gehen, das Gebäude selbst soll dabei auch den gestalterischen Anforderungen der Umgebung Rechnung tragen. So hätten das Baukompetenzzentrum und die ebenfalls einbezogene Feuerwehr im Zusammenwirken mit den Planern und Baufirmen ganze Arbeit geleistet, so Kurz, der auch einige ökologische Besonderheiten erwähnte. Beispielsweise eine Zisterne, mit der Regenwasser gesammelt wird, das zum Waschen der Autos verwendet werden kann. Oder die Begrünung eines großen Teils der Dächer.

Das Innenleben gleicht einer kleinen Feuerwehr-Stadt: Es gibt eigene Sportmöglichkeiten, unter anderem eine Sporthalle, die auch bei Großeinsätzen für die Unterbringung von Einsatzkräften genutzt werden kann. Ein Übungshof und ein Übungsturm erlauben das Trainieren verschiedener Einsatzszenarien. Ferner kommen in der Hauptfeuerwache Büro- und Ruheräume unter oder Küchen- und Lagerräume. „Moderne Feuerwehren sind multifunktionale Strukturen. Hier passiert viel, und es wird viel benötigt“, erklärte Architekt Hans Heynig. Und so sei auch in Sachen „Wartung“ und „Logistik“ im Neubau alles effizienter und moderner. Ein Novum bei der Feuerwehr ist zum Beispiel ein zentraler Servicepoint: Fahrzeuge, die vom Einsatz zurückkehren, können in der rund 25 Meter langen Durchfahrtshalle sowohl gereinigt als auch neu bestückt werden. Und sollte es zu Krisenzeiten kommen, verfügt die neue Wache über eine Notstromversorgung, die den Wachbetrieb für mindestens fünf Tage sicherstellt. „Ich bin mir sicher, dass der Bau in Feuerwehrkreisen für Aufsehen sorgt“, sagte Kurz zum Abschluss.                  jm

FAKTEN ZUR HAUPTFEUERWACHE

Der über 40 Millionen Euro teure Neubau ersetzt in Zukunft die bisherige Feuerwache Mitte, die sich aktuell noch auf dem Gelände des entstehenden Glückstein-Quartiers im Lindenhof befindet.

Grundstück: 22.000 Quadratmeter

Bebaute Fläche: 6700 Quadratmeter

Geschossfläche: 19.700 Quadratmeter

Stellplätze für Einsatzfahrzeuge: 54 (davon 12 für Freiwillige Feuerwehr)

Anschrift: Gert-Magnus-Platz 1 (benannt nach dem Leiter der Mannheimer Berufsfeuerwehr 1945-1971)

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