Ex-Profiboxer und kranke Teddys

von am 9. November 2018 in Artikel-Archiv

„Am Anfang hatte ich Angst, jemandem die Rippen zu brechen“, erzählte Axel Schulz vor zahlreichen Schaulustigen. Ein ungewöhnlicher Satz für einen ehemaligen Profiboxer, doch der 49-Jährige ist Botschafter der BASF-Kampagne „Helden.Retten. Leben.“ Wie einfach das sein kann, zeigte er am Tag der offenen Tür der Berufsgenossenschaftlichen (BG) Klinik Ludwigshafen. Auf der Aktionsfläche im Bistro legte er dafür selbst Hand an, in Form einer lebensrettenden Soforthilfe bei Herzstillstand. Den Brustkorb tief eingedrückt, schoss der robusten Übungspuppe das Blut in den Kopf, dargestellt durch rote LED-Lämpchen. „Gebrochen oder nicht, das ist scheißegal“, betonte Schulz. „Hauptsache, die Person überlebt.“ Wie schnell man in die Situation kommen könne, helfen zu müssen, habe er vor vier Wochen erlebt. Da sei eine Frau „wie ein Brett umgefallen“, so Schulz. Glücklicherweise seien Ärzte vor Ort gewesen und hätten sofort geholfen. Doch die Kampagne habe auch ihm die Angst genommen: „Du kannst durch ganz einfache Sachen schon helfen“, betonte der Ex-Boxer. Im Anschluss ließ er sich bereitwillig mit Fans fotografieren. Neuer Hangar übergeben Der Auftritt von Axel Schulz war nur einer von vielen Höhepunkten, mit denen die BG Klinik ihr rundes Jubiläum feierte. Vor 50 Jahren, im Oktober 1968, nahm die Klinik, die heute über 550 Betten verfügt, ihren Betrieb auf. Rund 6000 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Das Programm war vielfältig und abwechslungsreich und lud auch zum Mitmachen ein. Besucher konnten selbst einmal wie ein Chirurg unter dem OP-Mikroskop operieren und den nagelneuen Hubschrauber-Hangar besichtigen. Pünktlich zum 45. Geburtstag der Station wurde der Neubau eingeweiht und der Crew übergeben. Auf der Freifläche davor konnten die Helikopter der ADAC Luftrettung bestaunt werden. „Können die auch hoch in den Weltraum fliegen“, wollte dort der kleine Leo (5) wissen. Das nicht, aber eine Reisegeschwindigkeit von 250 bis 270 Stundenkilometern sei auch nicht zu verachten, meinte Jens Schwietring, „und das Beste daran ist, wir kennen keine Ampeln.“ Geduldig erklärte der Notarzt dann Felix (7) die Funktionsweise der verschiedenen Rotoren. Der kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. „Wir haben heute schon so viel gesehen, das muss sich erst einmal setzen“, meinte Mama Florence Bachmann aus Speyer. Kinder operieren Stoffbären Ein paar Meter weiter stand der Turbolöscher der BASF sowie andere Lösch- und Rettungsfahrzeuge. In der BG Klinik konnten Besucher ganze Themenwelten abklappern und sich dabei über alles informieren, was die Unfallklinik zu bieten hat, einen Blick in Bereiche werfen, die man so sonst nicht zu sehen bekommt. Die jungen Besucher konnten beim Filzen oder Kinderschminken eine Pause machen. Besonders lange Schlangen bildeten sich vor der Teddyklinik. Dort durften die Kinder bei der Bauch-OP von Teddybär „Benny“ assistieren. „Wir haben alles versucht, kuscheln, Wärmflasche auflegen, es hilft nix“, bedauerte die leitende Ärztin. Bei der OP fand sie schnell die Ursache: Benny hatte Schokobons mitsamt der Verpackung gegessen. Die Kinder reichten dabei das OP-Besteck und halfen beim Verbinden. „Benny, wach auf“, riefen sie anschließend – und dem Stofftier ging es tatsächlich wieder gut. Für die Stärkung zwischendurch sorgte der Küchenchef persönlich in der Themenwelt Genuss mit dem eigens fürs Jubiläum kreierten Saumagen-Burger. In der Mitarbeiterkantine unterhielt „RPR1 vor Ort“ mit Musik. Die gab es außerdem von der Freddy Wonder-Combo, die an dem Tag als „Walking Act“, also als umherziehende Gruppe, in der ganzen Klinik unterwegs war. hbg

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