„Ein Eingangstor für Mannheim“

von am 14. Juli 2014 in Artikel-Archiv

Nach den Einhubarbeiten an den Pfingsttagen und den letzten Baumaßnahmen am neuen Kleinfeldsteg, überzeugten sich vor kurzem Baubürgermeister Lothar Quast, Christa Backhaus-Schlegel (Leitung Fachbereich Tiefbau), Klaus Elliger (Leitung Fachbereich Stadtplanung) und Projektleiter für das Glückstein Quartier Ottmar Schmitt vom neuen Übergang.

 Die neue Rampe zum Kleinfeldsteg ist ein erneutes Beispiel der von der Stadt Mannheim angestrebten nachhaltigen Baukultur. Der Entwurf des neuen Brückenbauwerks war Gegenstand einer Mehrfachbeauftragung, die im Juni 2011 durchgeführt wurde und umfasste eine Umgestaltung des Steges, als auch die Neuordnung der Zugangsrampen und die Überquerung der neuen Südtangente. „Ziel war es, ein architektonisches und konstruktives Gesamtkonzept, welches der städtebaulichen Bedeutung des Steges gerecht wird, zu entwerfen“, so Baubürgermeister Quast. Christa Backhaus-Schlegel ergänzte, „dass der Kleinfeldsteg als Überquerung der Bahngleise von Süden kommend ein Eingangstor für die Stadt Mannheim bildet und damit eine ausgesprochene Signalwirkung sei.“ Wegen der großen städtebaulichen Bedeutung wurde sich bewusst für ein konkurrierendes Verfahren mit Teams aus Architekten und Tragwerksplaner entschieden, um ein gestalterisch hochwertiges Ingenieurbauwerk zu erhalten. „Der Steg über die Südtangente stellt dabei nur einen ersten Bauabschnitt dar. Geplant ist in gleicher Ausformung auch die Gleise und die Reichskanzler-Müller-Straße zu überqueren“, so Klaus Elliger, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung.

Durch die Eröffnung der Brücke, die aus 260 Tonnen Stahl und 400 Kubikmeter Beton besteht, wird nun auch die Anbindung der Südtangente an die Große Holzgasse und an den Verkehrskreisel vor den Toren der John Deere Werke in Betrieb gehen. „Hierdurch“, so Lothar Quast, „wird der Lindenhof vom Verkehr erheblich entlastet“. Mit der Verlegung der Südtangente, der Erweiterung auf sechs Fahrspuren und der Reduzierung der ehemals sieben auf zwei Kreuzungen, wurde eine leistungsfähige Hauptverkehrsverbindung geschaffen und ist zukünftigen Anforderungen schon heute gewachsen.

Ganz so positiv wird das Vorhaben von verschiedenen Institutionen und Parteien im Lindenhof allerdings nicht gesehen. „Wenn im neuen Glückstein-Quartier wirklich einige tausend Arbeitsplätze auf den Lindenhof kommen sollen, reichen die bisherigen Wege zwischen Innenstadt und Lindenhof nicht aus – zumal im Herbst 2014 der ‚Suezkanal‘ für einige Jahre für den Autoverkehr gesperrt wird“, so der BIG-Vorsitzende Jens Flammann. Genauso sieht das auch die vor kurzem ins Leben gerufene „Lindenhöfer Initiative für Fahrradfahrer und Fußgänger“ (LIFF), sie plädiert zusammen mit der BIG für eine weitere Gleisquerung von der Innenstadtseite auf den Lindenhof.

Doch das, so machte es der Termin zur Kleinfeldstegeröffnung deutlich, ist alles andere als realistisch. Der Steg soll nämlich laut Klaus Ellinger im selbem architektonischen Bild bis in die Schwetzinger Vorstadt weitergeführt werden – sprich, der Über- und Abgang soll genauso ausehen wie das neue Teilstück. Wann das geschehen soll, steht allerdings in den Sternen. „Alles eine Frage des Geldes“, so Lothar Quast. Der neue Abschnitt habe allein 5,5 Millionen Euro gekostet. Für den Rest der Strecke könnte man mit etwa 18 Millionen Baukosten rechnen. Hinzu kommt die nötige Absprache mit der Bahn, die sich in der Vergangenheit schon alles andere als einfach gestaltet hat. Bei all diesen Aussichten, ist eine neue Gleisquerung wohl alles andere als realistisch.                     zg/sabi

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