Die BIG will Ziele neu definieren

von am 11. November 2015 in Artikel-Archiv

Was hat ein Bürgerverein zu leisten? Diese Frage beschäftigte den Vorstand und die Mitglieder in einer Sitzung in der Lanz-Kapelle vor kurzem. Die ursprüngliche Satzung des Vereins ist in seiner Zieldefinierung so umfangreich, dass man dies alles unmöglich in der momentanen Situation schaffen kann. Die Satzung soll also geändert und angepasst werden, so der Vorsitzende Jens Flammann, an diesem Abend hatten die Mitglieder die Möglichkeit darüber zu diskutieren. Doch ehe dies geschehen sollte, fand an selber Stelle in der Lanz-Kapelle noch eine zweite BIG-Aktion statt:  Der „Markt der Initiativen“. 

„Das war eigentlich eine spontane Aktion“, so Flammann. Umso erfreulicher, wie gut diese kleine Präsentation von insgesamt acht Firmen und Initiativen aus dem Stadtteil angenommen wurde. Darunter beispielsweise das Bistro „Die Metzgerei“, Döringers Backstube, der Jugendtreff Lindenhof, aber auch spannende neue Projekte wie beispielsweise die Internetplattform „Crowdhelden“ für ehrenamtliche Projekte, Das Netzwerk „NinA“ für Interkultur und Austausch, die Foodsharing-Initia–tive zum Sammeln von Lebensmitteln und natürlich die Initia–toren des kleinen Gemeinschaftsgartens auf dem Pfalzplatz, die erst vor kurzem den Umweltpreis 2015 der Stadt verliehen bekamen für ihr Engagement. Die Besucher konnten sich mit all den Projekten und Ideen an den Ständen vertraut machen und mit den Vertretern ins Gespräch kommen.

Direkt im Anschluss kam es dann in der bereits angesprochenen Mitgliederversammlung zur Diskussion über die Satzung, die mittlerweile auch schon 15 Jahre alt ist. Alle Themen, mit der die BIG in der Vergangenheit zu tun hatte, wurden hierbei auf zwei Tafeln präsentiert. Die anwesenden Bürger konnten dann per Punkteabgabe entscheiden, welche Themen tatsächlich sehr interessant sind für sie und welche in den letzten Jahren vielleicht „in die Jahre gekommen“ sind und damit eher vernachlässigt werden könnten. Dabei ging es beispielsweise um das Lanz-Park-Fest, verkehrspolitische Themen, die Neubesiedelung im Glückstein-Quartier oder Pflege der Stadtteilhistorie. Aber auch um die Themen, die man sich ohne BIG-Beteiligung gar nicht mehr vorstellen kann – wie die Betreuung der Lanz-Kapelle oder der alljährliche Martinsumzug.

Fakt ist wohl: Wenn die BIG diese Aufgaben nicht übernimmt, dann wird dieses Engagement sterben. Das Problem dabei: Dies wurde aber in der Vergangenheit insbesondere von Ruheständlern in der BIG ehrenamtlich gestemmt. Zwar gibt es mittlerweile auch einige jüngere Mitglieder, die sich in diesen Bereichen engagieren wollen, „die jüngeren Nachfolger stehen aber allesamt voll im Beruf und wollen ihre Freizeit konzentriert einsetzen“, so Flammann. „Deswegen soll sich die BIG überlegen, worauf sie ihre Kräfte konzentriert“.

Aus dem Ergebnis der Punkteverteilung kann man aber wohl ablesen, dass die BIG mit ihrem Engagement in der Vergangenheit den Nerv der Bedürfnisse ganz gut getroffen hat. Insgesamt kann man das in drei Punkten zusammenfassen: Lanz-Kapelle vermieten und pflegen, Veranstaltungen, wie beispielsweise das  Lanz-Park-Fest, (mit-)organisieren sowie politische Interessenvertretung im Sinne des Stadtteils (oft hinter den Kulissen) waren die wichtigen Punkte für die Anwesenden. Und da ist die BIG bereits sehr gut aufgestellt: Für die Bewirtschaftung der Lanz-Kapelle werden die BIG-Vorstände Marc-Oliver Kuhse (mit Klaus-Dieter Kähler und Bernhard Welker) seit dem Frühjahr von einer Honorarkraft unterstützt.

Bei Veranstaltungen sollen die vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden, beispielsweise eine Organisation mit Hilfe des Internets. „Persönlich aber liegt mir die Interessensvertretung (das I in BIG) besonders am Herzen“, so Flammann, „auch wenn das Thema in den vergangenen drei Jahren ‚nebenher‘ laufen musste, weil der Generationenwechsel in der BIG viel Kraft erforderte“. Das Fazit von Flammann: „Wir stemmen Projekte, die aufwändig sind, weil sie gemacht werden müssen. Gerne geben wir ab. Nur: an wen? Ich persönlich stehe der BIG fünf Jahre im Vorstand zur Verfügung – gerechnet ab Januar 2012.“ Dann wird die BIG wohl wieder vor einem Umbruch stehen.           sabi

 

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