„Dem Beton und dem Müll zum Trotz“

von am 20. April 2015 in Artikel-Archiv

Auf dem Pfalzplatz tut sich einiges. Während ihn die „Pfalzplatz-Muttis“ kräftig sauber machten, startet eine Initiative einen Gemeinschaftsgarten, bei dem jeder mitmachen kann.

Am 14. März stand in Mannheim wieder die Aktion „Putz’ deine Stadt raus!“ auf dem Plan, bei dem engagierte Bürger in allen Stadtteilen zum Besen griffen und die Stadt für das anstehende Frühjahr herausputzten. Neben der Bürger-Interessen-Gemeinschaft Lindenhof (BIG), die sich bereits am Vortag den Lanz-Park und den Hanns-Glückstein-Platz vorgenommen hatte, haben sich auch die „Pfalzplatz-Muttis“ daran beteiligt und den Pfalzplatz aufgeräumt. Mit fast erschreckendem Erfolg, wie „Pfalzplatz-Mutti“ Melanie Beisheim erzählte: „Wir waren ungefähr 50 Personen und haben 20 Säcke voll Müll gesammelt.“ Vor allem in den Gebüschen fanden die Lindenhöfer einiges, das dort nicht hingehört. Unter anderem eine halbe Matratze oder einen Rollladen. „Am häufigsten haben wir Glasflaschen gefunden. Teilweise waren die schon im Gebüsch festgewachsen“, sagte Beisheim. Die Sammler waren ab 11 Uhr unterwegs, gegen 13 Uhr warf der Jugendtreff Lindenhof den Grill an und lud zum gemütlichen Ausruhen ein. Melanie Beisheim erwähnte ein weiteres Ereignis, zu dem die „Pfalzplatz-Muttis“ am 25. April einladen. Von 11 bis 16 Uhr findet an diesem Tag auf dem Pfalzplatz ein Flohmarkt für alle statt. Es gebe auch Kuchenverkauf, verriet sie. Zudem sei eine Tombola und Grillen geplant, wenn die „Pfalzplatz-Muttis“ Sponsoren finden.

Doch damit reißen die Planungen rund um den Pfalzplatz nicht ab. Am 22. März informierten Carmel von Kitzing und Julia Bek über ein von ihnen geplantes Gartenprojekt. Denn, so das Ziel der beiden Wahl-Lindenhöferinnen, der hauptsächlich von Betonflächen geprägte Platz soll grüner werden. Genauer gesagt sollen die Bürger des Lindenhofs, die keinen eigenen Garten haben, die Möglichkeit bekommen, in selbst gebauten Hochbeeten Obst, Gemüse, Kräuter oder Blumen anbauen zu können. „Der Gemeinschaftsgarten soll aber auch ein Ort der Begegnung und Nachbarschaftlichkeit sein“, erklärten von Kitzing und Bek den rund 60 Interessierten, die an diesem Tag auf den Pfalzplatz kamen. Wie Julia Bek zwei Tage später nach einer Begehung mit Mitarbeitern des Grünflächenamts mitteilte, begrüße und unterstütze die Stadt Mannheim das Projekt. In den kommenden Wochen soll ein Nutzungsvertrag die bereits erfolgte mündliche Zusage besiegeln.

Einige Fragen hatten die Lindenhöfer am Infotag doch noch. Wie es mit Vandalismus aussehe oder wie viel Garten man denn bebauen könne beispielsweise? Bek und von Kitzing hatten passende Antworten parat, verwiesen auch auf die guten Erfahrungen der Neckargärten, einer ähnlichen Initiative in Mannheim. Ein Neckargärten-Mitbegründer steht sogar mit Rat und Tat zur Seite. Die Initiatorinnen planen außerdem, einen Verein zu gründen, um der ganzen Sache Hand und Fuß, aber auch einen gewissen Grad an Regulierung zu geben. Und: „Das Grünflächenamt wird den Bau eines etwa hüfthohen Zaunes planen, durchführen und finanzieren, eine Ladung Erde liefern und sich um den Wasseranschluss kümmern“, so Julia Bek.

Es kann also losgehen. Und die Pläne für die nächste Aktion stehen schon: Die ersten Hochbeete sollen gezimmert werden. Wer Interesse am Mitmachen hat, kann sich per E-Mail an die Initiatoren wenden: kontakt@gemeinschaftsgarten-lindenhof.de. Per Telefon sind sie unter der Nummer 0178/1455549 erreichbar. Der genaue Termin wird über einen E-Mail-Verteiler bekannt gegeben. Außerdem freuen sich die Gemeinschaftsgärtner über diverse Sachspenden, die noch zur Realisierung des Projekts benötigt werden: Paletten, stabile Bretter (kein Pressspan) oder große stabile Holzkisten, Balken, Kanthölzer oder Holzpfosten, stabile Folie zum Auskleiden der Beete (zum Beispiel Teichfolie) und Tacker.

Spender können sich unter den genannten Kontaktmöglichkeiten melden. Weitere Informationen über das Projekt gibt es im Internet unter www.gemeinschaftsgarten-lindenhof.de.      jm

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