Bleibt „Suez-Kanal“ für Autos gesperrt?

von am 6. März 2015 in Artikel-Archiv

Bei einem Pressetermin bezüglich des Bahnsteig-F-Baus am Hauptbahnhof kam auch das Thema „Tunnelstraße“ zur
Sprache. Doch vor 2017 kann man mit keiner Entscheidung rechnen. 
Noch ist es nicht sicher, ob die Tunnelstraße – vielen auch als „Suez-Kanal“ bekannt – jemals wieder für den Autoverkehr geöffnet wird. Christian Specht, der Erste Bürgermeister Mannheims, konnte bezüglich der Öffnung bei einer Baustellenbegehung kein klares Ja geben, denn es gibt noch keine Entscheidungsgrundlage. „Wir müssen abwarten, wie sich der Verkehr mit dem Umbau der Bismarckstraße verändert“, so Specht. Er blickte damit auf die Pläne der Stadt, auf der Bismarckstraße eine durchgängige Fahrradspur zu bauen. Dies geschieht bereits während der Bahnarbeiten an der Tunnelstraße. Somit dürfte man in dieser Zeit den Verkehr auf der neuen Bismarckstraße schon beobachten können. „Über die Tunnelstraße reden wir dann 2017“, sagte der Bürgermeister – und gab also ebenfalls kein klares Nein bezüglich der Öffnung der Eisenbahnunterführung für Autos.

Fakt ist, dass die Arbeiten der Bahn an der Tunnelstraße 2017 abgeschlossen sein werden. Das bestätigte DB-Projektleiter Stefan Geckle auf dem Termin. Er erläuterte noch einmal, warum die Sperrung des „Suez-Kanals“ notwendig sei. Dabei geht es um Gleisverschwenkungen, also Verlegungen von Gleisabschnitten, im Rahmen des Bahnsteig-F-Baus. Der Überbau der Tunnelstraße muss dazu teilweise abgerissen, wieder aufgebaut und zum Teil verlängert werden, damit diese Verschwenkungen machbar sind. „Während dieser Arbeiten kann die Tunnelstraße nicht geöffnet werden“, so Geckle. Die vor Baubeginn anvisierten zweieinhalb Jahre Sperrung stehen also nach wie vor.

Leicht aufatmen kann man dafür bald an anderer Stelle. Die Spursperrung auf der B36, die einer großen Gleisquerung geschuldet ist, gehört Ende April der Vergangenheit an. „Ab da wird, außer im Bereich der Tunnelstraße, der Verkehr nicht mehr belastet“, sagte Stefan Geckle. In diesem Bereich hat sich mit neuen Oberleitungsmasten schon sichtbar etwas getan. Auch diese seien für die anstehenden Gleisverschwenkungen notwendig.

Momentan befindet sich die Bahn laut Geckle in den vorbereitenden Maßnahmen für den Bau des neuen Bahnsteigs F. Damit soll 2016 begonnen werden, erklärte er. Insgesamt verschlingt das Mammutprojekt rund 45,5 Millionen Euro. Finanziert wird es von der DB Netz AG, der DB Station&Service AG sowie im Rahmen des Bundesschienenwegeausbaugesetzes (BSWAG) durch eine Einzelfinanzierungsvereinbarung. Die Deutsche Bahn AG übernimmt von den Gesamtkosten 4,3 Millionen Euro.

Eine Menge Geld, die in den Bau des Bahnsteigs F und die dafür notwendigen Spuranpassungen fließen.

Die Zugfahrgäste können sich voraussichtlich auf pünktlichere Züge und eine übersichtlichere Bahnsteigstruktur freuen. Doch sollte die Tunnelstraße für den Autoverkehr gesperrt bleiben, müssen die motorisierten Lindenhöfer und die Besucher des Stadtteils wahrscheinlich ziemlich leiden und zumindest in verkehrstechnisch stark belasteten Perioden lange Fahrzeiten in den Lindenhof einplanen. Wer kennt ihn nicht, den Stau auf dem Neckarauer Übergang? Oder die langen Autoschlangen Richtung Ludwigshafen, wenn man auf dem Ring unterwegs ist und am Hafen entlangfährt? Und besser dürfte es dort in den nächsten Jahren nicht werden. Vor allem, wenn der Abriss der Ludwigshafener Hochstraße ansteht. So heißt es also auch für die Lindenhöfer erst einmal wieder: abwarten. Denn noch ist nichts sicher. Es bleibt spannend.              jm

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