Alltagsprobleme zum Schmökern

von am 18. September 2017 in Artikel-Archiv

Jessica Pfaff erinnert sich noch sehr gut: „Bereits in der ersten Klasse, als ich Buchstaben zu schreiben wusste, habe ich diese ohne Worttrennung aneinandergereiht und auf diese Weise lange Geschichten geschrieben, die ich zurechtgeschnitten und zu Büchern gemacht habe.“ Der Lindenhöferin scheint die Lust am Schreiben mit in die Wiege gelegt worden zu sein. Und einige Jahre später, Jessica Pfaff ist jetzt 36 Jahre alt, hat sie es geschafft, ihr erstes „richtiges“ Buch zu veröffentlichen. Es heißt „Ludewig Schmuddelig und der Zauberstock“.

 

Es ist ein Buch für Kinder ab acht Jahren. Die Themen, mit denen es sich befasst, sind teilweise nicht gerade einfach, entstammen aber dem Alltäglichen: Schulprobleme, Mobbing, Trennung der Eltern, Mut, Freundschaft und erste Liebe. Da Jessica Pfaff selbst Lehrerin ist, hat ihr Werk durchaus einen pädagogischen Hintergrund und fand im Juli daher in Form von Lesestunden an der Diesterwegschule den perfekten Platz. Und die Abenteuergeschichte – ein Fantasyroman im Stil der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende, wie Pfaff erklärt – kam gut an.

Worum geht es? Hauptfigur ist Lulu. Seine Eltern haben sich getrennt, und in der neuen Schule wird er von allen nur gehässig „Ludewig Schmuddelig“ genannt. Doch das ändert sich, als er eines Tages im Wald einen Stock findet, der wackelpuddinggrün funkelt. Er weiß noch nicht, dass der Stock der gräulichen Hexe Hargia gehört, die in den Wald zurückgekehrt ist, um nach ihm zu suchen. Lulu muss im Verlauf der Erzählung gegen Hargia ankämpfen. Doch dadurch wird er stark und selbstbewusst.

„Das Buch ist mit Blick auf das Vokabular und Inhalt recht anspruchsvoll, aber dennoch für die Kinder unserer Generation lesbar“, erklärt Pfaff, die selbst dreifache Mutter ist. Und obwohl das Buch altersgerecht geschrieben sei, dürfte es auch wegen der Dialoge und Weisheiten für Erwachsene interessant sein, schätzt sie.

Bereits vier Wochen nach dem Erscheinen war Jessica Pfaff zu Gast in diversen Mannheimer Grundschulen. „Nach den Sommerferien möchte ich das Buch auch gerne ans Gymnasium bringen, da es sich beispielsweise aufgrund seiner Fülle an Symbolen, Motiven und Figurenvergleichen als Einstiegslektüre in den Literaturunterricht eignet“, so die Autorin. Eines ist fast sicher: Es wird bestimmt nicht ihre erste Veröffentlichung bleiben. „Ich schreibe immer an mehreren Büchern“, erzählt die 36-Jährige. Dazu nehme sie sich in ihrer Freizeit täglich mehrere Stunden Zeit.

Pfaff hat auf klassische Weise mit dem Schreiben begonnen, versuchte sich zuerst an Gedichten und Kurzgeschichten. Auch an verschiedenen Literaturwettbewerben nahm die Autorin teil. „Allerdings handelte es sich dabei immer um Literatur für Erwachsene, und ich kann besser für Kinder schreiben“, so die Lindenhöferin.

Man darf also auf weitere Bücher von Jessica Pfaff gespannt sein. Und der zweite Teil sei schon in der Mache, verrät sie. Er richte sich besonders an Schüler der fünften und sechsten Klassen des Gymnasiums, beinhalte dieselben Charaktere und konzentriere sich dieses Mal verstärkt auf das Thema „Handymobbing“.       jm

i Jessica Pfaff besuchte von 1991 bis 2000 das Moll-Gymnasium im Lindenhof. Anschließen studierte sich bis 2007 in Heidelberg Anglistik, Romanistik, Sportwissenschaft und Philosophie. Ihr Referendariat absolvierte Jessica Pfaff von 2008 bis 2009 am Mannheimer Lieselotte-Gymnasium. Seit 2009 ist sie Studienrätin am Theodor-Heuss-Gymnasium in Ludwigshafen.

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