„Alle Einsatzorte in zehn Minuten erreichbar“

von am 12. Mai 2015 in Artikel-Archiv

Rund 47 Millionen Euro kostet Mannheims neue Hauptfeuerwache im Stadtteil Neckarau. Und sie soll ein Zeichen in Sachen Katastrophenschutz und Gefahrenabwehr setzen. Mit dem Spatenstich hat der Bau des hochmodernen Komplexes nun auch offiziell begonnen.

„Ein wichtiger Tag für Mannheim und die Metropolregion Rhein-Neckar“, nannte Mannheims Oberbürgermeister Kurz das Bauvorhaben. Er betonte vor allem die städtebauliche Dimension, denn auf dem Gelände der neuen Wache finden nicht nur die Berufsfeuerwehr mit ihren Einsatz- und Verwaltungskräften eine neue Zentrale, sondern auch zwei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Innenstadt und Neckarau. Rund 18.700 Quadratmeter stehen ihnen dann zur Verfügung. „Zudem integrieren wir eine hochmoderne, ausbaufähige Feuerwehreinsatzzentrale und die Verkehrsleitzentrale in den Neubau.“ Parallel ist auf dem insgesamt 24.000 Quadratmeter großen industriellen Konversionsgelände, das einst die Firma Vögele nutzte, ein Bildungscampus mit verschiedenen, teilweise privaten Hochschulen geplant.

Die einhergehende Verlegung der Feuerwache Mitte, die sich derzeit noch im Lindenhof befindet, war schon lange angedacht. Der eigentlich „nicht gewünschte“ Vögele-Wegzug sorgte für eine geeignete Fläche, die die Stadt nun nutzt. Letztendlich war der Bau des Glückstein-Quartiers auf Lindenhofgebiet ausschlaggebend für den Umzug der Feuerwache Mitte nach Neckarau. Dennoch sagte Kurz: „Das Baugrundstück haben wir auf Basis des Brandschutzbedarfsplans danach ausgewählt, welcher Standort für die Gefahrenabwehr am sinnvollsten ist.“ Es habe keine Rolle gespielt, ob das Gelände Eigentum der Stadt war oder nicht. Alternativen wurden geprüft, doch das Gelände in Neckarau liegt an einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Und so könne sichergestellt werden, dass die Feuerwehr von ihren drei Standorten in Neckarau, Rheinau und Käfertal möglichst alle Einsatzorte in Mannheim innerhalb von zehn Minuten erreicht werden.

Die bisherige Entwicklung in Sachen „Hauptfeuerwache“ bezeichnete der OB als rekordverdächtig. Zwar erscheine die Zeit von Dezember 2012, als die Planungen begonnen hatten, bis zum Spatenstich ziemlich lang. Doch im Vergleich mit anderen Städten sei die Umsetzung doch sehr kurz. Die europaweite Ausschreibung sollte laut Kurz für Kosten- und Realisierungssicherheit sorgen.

Mit dem Bau der neuen Feuerwache will die Stadt Mannheim neben der Einsatzoptimierung weitere Punkte berücksichtigen. Die Stärkung des Ehrenamts folge mit der Integration der Freiwilligen Feuerwehren, so Kurz. Und die angestrebte Interdisziplinarität gehe mit der Ansiedlung der Verkehrsleitzentrale einher.

Unter den Gästen befand sich auch Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm. „Die Feuerwehr Mannheim strahlt über die Stadtgrenzen hinaus“, sagte sie und sprach ebenfalls von einem bedeutenden Projekt für die Metropolregion, aber auch für Baden-Württemberg. Das Land unterstützt den Bau mit einem bisher gewährten Zuschuss von 2,2 Millionen Euro. Läuft alles nach Plan, steht die Feuerwache Ende 2016.              jm

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